Lieber ohne: TITANDIOXID in Lebensmitteln

Lieber ohne: TITANDIOXID in Lebensmitteln

Als weißer Farbstoff kommt TITANDIOXID nicht nur in Wandfarbe, Lacken, Kunststoffen und Sonnenschutz, sondern auch in Zahncremes, Medikamenten und Lebensmitteln vor. Dabei ist dieser Zusatzstoff durchaus umstritten. So mehren sich die Hinweise, dass TITANDIOXID als Nanopartikel nicht nur die für unsere Gesundheit so wichtige Darmflora stört, sondern auch Schleimhautreizungen, Entzündungen, chronische Darmerkrankungen oder gar Krebs begünstigen kann.

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Wo ist TITANDIOXID überall drin?

TITANDIOXID macht weiß, schön weiß. Nicht nur Wände, zahlreiche Lacke und Farben oder Beschichtungen. TITANDIOXID fungiert bei Fensterrahmen aus Kunststoff als perfekter UV-Filter. TITANDIOXID TiO2 wirkt auch als Photokatalysator, der Schadstoffe aus der Luft unwirksam macht. TITANDIOXID wird bei der Beschichtung von Solarpanelen und Windturbinen verwendet. TITANOXID spielt auch eine große Rolle  bei der Papierherstellung.

Ist das alles? Nein. TITANDIOXID findet auch Anwendung in der Lebensmittelindustrie.  Als Lebensmittelzusatzstoff E 171 wird TITANDIOXID unter anderem in Mozzarella, Kaugummis, Joghurt, Süßigkeiten wie z.B. Marshmallows und Schokolinsen, Backwaren, Glasuren, Eiscreme, Dragees, Suppen, Soßen, Brühen, Salaten, herzhaften Brotaufstrichen und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Dank des Weißmachers sollen die Produkte weiß, glänzender und schöner aussehen.

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Nach Schätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nehmen wir im Schnitt pro Tag rund 1,28 mg TITANOXID (TiO2) pro Kilogramm Körpergewicht zu uns, d.h. ca. 100 mg/Person/Tag. (Schlimm ist, dass Kinder bei geringerem Körpergewicht über Bonbons, Desserts, Kaugummi und Naschzeug ungefähr 3-4 mal so viel TITANDIOXID aufnehmen, wie Erwachsene.)

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Auch in Kosmetik (als CI 77891) ist TITANDIOXID häufig enthalten. Hier sei die weiße Zahncreme oder die Sonnenschutzcreme erwähnt. (ACHTUNG: Selbst bei Naturkosmetik bist Du nicht wirklich vor TITANDIOXID sicher. Fast alle alternativen Sonnenschutzpräparate nutzen TITANDIOXID als mineralischen Sonnenschutz. Auch in Körperlotionen, Cremes und dekorativer Kosmetik kann TITANDIOXID enthalten sein. Deshalb bitte auf die Inhaltsstoffe schauen!) 

Wir finden TITANOXID auch in den weißen Überzügen von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln. Es lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe! So kann die tägliche Einnahme Deines Blutdruckmittels oder die Magnesiumtablette  das Zünglein an der Waage sein. Doch wie ist die aktuelle Studienlage?

TITANDIOXID kann den Darm stören

Einiges deutet darauf hin, dass TITANDIOXID den Darm stören kann und damit Darmerkrankungen forciert werden. So konnte an Mäusen gezeigt werden, dass der Farbstoff den Stoffwechsel der Darmbakterien verändert und das Gleichgewicht im Darm derartig verändert, dass es zu Entzündungen kommen kann (1).

Die regelmäßige Aufnahme von TITANDIOXID geht mit einem erhöhten Risiko für chronisch entzündliche Darmprozesse einher. Schon nach einer Woche TITANOXID-Konsum konnte es in den Immunzellen der Darmschleimhaut nachgewiesen werden. Bei Patienten mit Colitis ulcerosa, bei denen die Darmschleimhaut nicht mehr richtig dicht ist, kann es die für die Erkrankung typischen Entzündungen noch weiter verstärken. Schon vor einigen Jahren hat man festgestellt, dass sich TITANDIOXID in Darmschleimhautzellen einlagert und Entzündungen im Darm auslöst. Dabei werden vermehrt aggressive Substanzen, die sogenannten freien Radikale, freigesetzt, die ihrerseits die Darmschleimhaut noch mehr schädigen. Forscher raten daher insbesondere Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen, auf E171-haltige Lebensmittel konsequent zu verzichten. (3) (5)

Bei Mäusen führt TITANDIOXID außerdem zu einer geringeren Bildung von Schleimstoffen (Mucine), die dem Schutz der Darmschleimhaut dienen (1) (2).

Laut einer aktuellen Studie wird TITANDIOXID vom Darm absorbiert und kann in den Blutkreislauf übergehen. Mit dem Blut gelangen die Nano-Teilchen vom TITANDIOXID in verschiedene Körperbereiche z.B. die Lymphknoten und reichern sich dort im schlimmsten Fall an.

TITANDIOXID und unser Immunsystem 

TITANOXID soll auch unser Immunsystem schwächen. Wenn dem so ist, dann macht es uns damit anfälliger für Krankheiten. 

Tierexperimente deuten darauf hin, dass der Farbstoff TITANDIOXID unter Umständen das Erbgut schädigen kann (Genotoxizität) (1) und daher möglicherweise krebserregend ist (2) (4).

Die Studienlage weißt auf die Gesundheitsgefahren von TITANDIOXID hin. Doch wie reagieren die Behörden?

Gute Neuigkeiten:

EU verbietet TITANDIOXID in Lebensmitteln!

Während der Zusatzstoff in Lebensmitteln seit dem 01.01.2020 in Frankreich verboten wird, weil Gesundheitsrisiken für Menschen nicht auszuschließen sind, galt er hierzulande nach wie vor als unbedenklich und durfte Lebensmitteln sogar unbegrenzt zugesetzt werden.

Die Experten der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA haben TITANDIOXID neu bewerten und als  "nicht sicher" eingestuft. Am 14.01.2022 hat die Europäische Kommission ein Verbot für TITANDIOXID in Lebensmitteln erlassen, das sechs Monate später in Kraft treten soll. Erlaubt bleibt der Zusatzstoff jedoch vorerst in Medikamenten, Medizinprodukten und Kosmetik wie z.B. Zahnpasta.  

So schützt Du Dich vor TITANDIOXID in Lebensmitteln

Auch wenn Du ansonsten gesund bist, ist es vorteilhaft, soweit es geht Zusatzstoffe in Lebensmitteln zu vermeiden. Wenn Du unter einem empfindlichen Magen, einem Reizdarm oder einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn leidest , solltest Du auf Produkte mit TITANDIOXID definitiv verzichten.

Kaufe Deine Lebensmittel frisch. Optimal wäre in Bio-Qualität. Wenn Du zu Fertigprodukten greifen willst, nimm Bioprodukte. Künstlich hergestellte Farbstoffe wie auch TITANDIOXID und Co. sind hier tabu.

Ansonsten bleibt nur der Blick ins Kleingedruckte. – Am besten bei allem, was Sie in den Körper einbringen, also bei allen Lebensmitteln, aber z.B. auch bei Nahrungsergänzungsmitteln auf´s Kleingedruckte achten.

 

Interessanter Bericht im TV zu TITANDIOXID:

https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/gesundheit/themenuebersicht/ernaehrung/e171-titandioxid-weissmacher-lebensmittel-krebs100.html

Quellen - Auswirkungen von TITANDIOXID:

(1) Pinget, G., et al.: Impact of the food additive titanium dioxide (E171) on gut microbiota-host interaction. Front. Nutr. 2019, 6:57. doi: 10.3389/fnut.2019.00057

(2) Kähkönen, E.E.; Is it safe to paint your wall white? - A case study on titanium dioxide classification. Integr Environ Assess Manag. 2019 Jul 9. doi: 10.1002/ieam.4186 

(3) Ruiz, P.A., et. al.: Titanium dioxide nanoparticles exacerbate DSS-induced colitis: role of the NLRP3 inflammasome. Gut. 2017, 66(7):1216-1224. doi: 10.1136/gutjnl-2015-310297;

(3) siehe auch https://www.media.uzh.ch/de/medienmitteilungen/2017/Titandioxid-Nanopartikel-Darmentzuendungen.html

(4) Cancer: inquiétudes autour de l'additif alimentaire E171. Sciences et Avenir mit AFP, 23.01.2017

(5) Titandioxid-Nanopartikel: Wie gefährlich ist E 171 für Darmpatienten? Ärzteblatt online vom 21.07.2017

 

 


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Annette Lartey
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