4 Eisenmangel verändert Dein Blut

EISEN - universelles Spurenelement, Energie-Aktivator, "Jungbrunnen" und Mitochondrien-Helfer

Das Spurenelement EISEN übernimmt viele wichtige Funktionen in unserem Körper. EISEN transportiert den Sauerstoff zu unseren Körperzellen, und da besonders in die Mitochondrien, hilft bei der Energiebereitstellung in den Mitochondrien und beim Stoffwechsel und unterstützt die Schilddrüse. EISEN ist wichtig für unser Immunsystem und die Blutbildung sowie für die körpereigene Reinigung.

 

Mangelerkrankungen sind leider heute im 21. Jahrhundert und auch in unseren Breitengraden noch ein Problem. Dabei ist der EISEN-Mangel einer der häufigsten. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie veröffentlichte Zahlen, wonach im Schnitt zwischen 5 und 10 % der Bevölkerung (das sind immerhin 8 Millionen Bundesbürger) unter einem Eisenmangel leiden.

EISEN ist essentiell

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Bei Frauen in der Menopause liegt die Prävalenz bei 20 %. Und sogar bei Kindern bei 8-10 % (Aus meiner Erfahrung: Ein Eisenmangel bei Kindern häufig kombiniert mit Symptomen wie Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Konzentrationsschwäche und Aufmerksamkeitsstörungen. Diese Kinder sind oft sehr blass. Auch Frühchen oder Kinder mit häufigen Infekten leiden oft an Eisenmangel.)

EISEN - Wieso so wichtig?

Das Spurenelement EISEN ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Eine der Hauptaufgaben von EISEN: es bindet den über die Lungen aufgenommenen Sauerstoff und transportiert ihn zu all unseren Körperzellen. Damit spielt es eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung. 

Mit 2-5 Gramm ist EISEN das am häufigsten in unserem Körper vorkommende Spurenelement. Das zeigt schon an, dass es in unserem Körper eine Vielzahl von Aufgaben erfüllt.

Wichtig auch zu wissen: Unser Körper kann EISEN nicht selbst bilden. Er muss es von außen aufnehmen. Auf der anderen Seite gibt es viele Möglichkeiten, wie Du EISEN verlieren kannst... Und schon kommt es zu einem Ungleichgewicht und langfristig zu einem EISEN-Mangel mit daraus resultierender EISEN-Mangel-Anämie. Das ist eine Form der Blutarmut, bei der die roten Blutkörperchen viel zu klein und an Zahl vermindert sind.

EISEN und Sauerstoff

EISEN ist ein Bestandteil von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff. Dieses Hämoglobin befindet sich in unseren roten Blutzellen, den Erythrozyten. Diese roten Blutkörperchen sind ja auch, das wissen wir alle, für den Transport von Sauerstoff verantwortlich. 

Das Hämoglobin besteht aus 2 Anteilen: 1. den 4 Häm-Gruppen, die eisenhaltig sind, und 2. dem Globin (ein Eiweißmolekül)

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Jede der Häm-Gruppen enthält ein EISEN-Molekül. Pro EISEN-Molekül kann ein Sauerstoff-Molekül andocken und wird transportiert. Das kannst Du Dir so wie Sitzplätze in einem Transporter vorstellen. Sitzplatz frei - Sauerstoff springt drauf und wird transportiert. Wenn alle 4 Plätze am EISEN mit Sauerstoff besetzt sind, hat Dein Blut eine hellrote Farbe - es ist sauerstoff-reich. Das ist immer so bei arteriellem Blut.

EISEN-Mangel bedeutet Sauerstoffmangel im Gewebe

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Mangelt es Deinem Körper an EISEN, verringert sich die Zahl der "Sitzplätze" für Sauerstoff. Weniger Sauerstoff kann transportiert werden. Dein Körper wird weniger gut mit Sauerstoff versorgt. Das kann unter anderem Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwindel zur Folge haben.

Sind wenig Sauerstoffmoleküle angedockt oder sind die "Sitzplätze" durch andere Fahrer blockiert, dann hat Dein Blut eine sehr dunkelrote Farbe. Das ist bei venösem Blut immer so. (Wie kommt das nun mit den "besetzten Sitzplätzen" zustande? Kohlendioxid wird in den Zellen aufgeladen, wenn der Sauerstoff abgegeben wird. - Das ist der Normalfall.)

EISEN - Sauerstoffmangel selbst produziert

Du bist Raucher? Bei starken Rauchern sind bis zu 10 Prozent des Hämoglobins mit CO - Kohlenmonoxid -  besetzt. Weil das Kohlenmonoxid einfach schneller und stärker an das Häm bindet als Sauerstoff und sich dort auch festsetzt. Es verdrängt den Sauerstoff vom Sitzplatz. Schwupps, hat Sauerstoff einfach weniger Möglichkeiten, "mitgenommen" zu werden. Deine Sauerstoffversorgung in den Körperzellen sinkt. Du bist weniger leistungsfähig.

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Auch der Cadmium aus dem Zigarettenrauch kann unter Umständen am Häm-Komplex andocken und dort fest "sitzen bleiben". Deine Sauerstoffversorgung ist langfristig reduziert, denn an den von Cadmium besetzten Stellen hat Sauerstoff keine Chance. Selbiges gilt übrigens auch für Schwermetalle. Besonders Blei kann die Transportplätze langfristig blockieren. Andere Umweltgifte stehen in der Diskussion, ähnliche Effekte zu haben.

 

EISEN-Mangel bedeutet Energiemangel 

EISEN ist für die Energiegewinnung in den Mitochondrien an mehreren Stellen wichtig.

EISEN: Mitochondrien und Energiegewinnung

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In unseren Mitochondrien wird unsere Körper-Energie, ATP, produziert. Kohlenhydrate, Fette und Proteine werden so zusagen "verbrannt" und im sogenannten Zitronensäurezyklus zu  Energiebausteinen umgesetzt. Für die Verbrennung - das weiß jeder- brauchen wir ausreichend Sauerstoff. Der Sauerstoff muss nun aber in die Zelle, den Ort des Stoffwechsels, transportiert werden. Dazu braucht es das Eisen in den roten Blutzellen. Wenig EISEN - wenig Sauerstoff in den Zellen - wenig Energie! UND - schlechter Stoffwechsel!

Auch im Fettsäurestoffwechsel ist EISEN Bestandteil verschiedener Enzyme (Lipoxygenasen, Desaturasen). Hier beeinflusst es unter anderem Entzündungsreaktionen oder die Bildung von einfach ungesättigten Fettsäuren.

EISEN: Mitochondrien und Carnitin

Fettsäure-Stoffwechsel - hier sei noch Carnitin erwähnt. L-Carnitin transportiert die Fettsäuren in unsere Mitochondrien. Dort werden die Fettsäuren zu Energie verbrannt - Fettverbrennung! Nur wenn unser Körper ausreichend mit EISEN versorgt ist, kann er auch Carnitin bilden. Wenig EISEN - wenig Carnitin - reduzierte Fettverbrennung.

Carnitin hat noch weitere positive Eigenschaften für unseren Körper, an welchen das Eisen damit ja auch indirekt beteiligt ist: Verbesserung der Abwehrfunktion, Schutz der Blutgefäße und des Herzmuskels, Hemmung von Entzündungen, um nur die wichtigsten zu nennen.

EISEN und Deine Mitochondrien

Schauen wir noch genauer hin. In unseren Mitochondrien, dem Ort der Zellatmung und Energiebereitstellung, läuft die Energiegewinnung über mehrere Stufen, genauer gesagt über 5 Stufen, ab. Verbindungen aus EISEN und Schwefel sind Bestandteil von Enzymen, welche für diesen Prozess wichtig sind. Zum Beispiel transportiert Cytochrom c Elektronen von Komplex drei auf Komplex vier. Dafür ist EISEN nötig. Auch für die Reaktionen in Komplex eins und zwei  (NADH zu FADH2) ist EISEN ein wichtiger Baustein. Fehlt Dir Eisen, können diese Vorgänge weniger gut ablaufen, Dein Körper produziert weniger Energie. Du fühlst Dich müde und schlapp. 

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Gut zu wissen: Schädigungen der Mitochondrien können durch einen EISEN-Mangel verstärkt werden. Denn EISEN wirkt zum Teil antioxidativ und schützt die Mitochondrien. 

EISEN und Zellerneuerung

Unser Körper baut sich ständig um und repariert Zellen. So zum Beispiel ist Deine Darmschleimhaut in 5-6 Tagen runderneuert. Um das Material dafür zur Verfügung zu haben, muss ausreichend EISEN vorhanden sein. 

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Die Herstellung von Zellkernmaterial in der DNA-Synthese ist auf das Spurenelement EISEN angewiesen. Hier wird EISEN im letzten Schritt für das katalysierende Enzym (Ribonukleotidreduktase) benötigt. Auch für die Zellneubildung und damit für das Wachstum ist EISEN unverzichtbar. MERKE: Eisenkontrolle, wenn Kinder nicht entsprechend wachsen...

MERKE: Schwangerschaft ist eine Zeit, wo Dein Körper einen erhöhten EISEN-Bedarf hat, da ja einiges an neuen Zellen gebildet wird und ein Lebewesen in Dir heranwächst! 

EISEN und Deine Psyche

Unsere Nervenbotenstoffe, die Neurotransmitter, sind für die Kommunikation zwischen den einzelnen Nervenzellen verantwortlich und nehmen einen nicht unwesentlichen Einfluss auf unser Psyche.

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EISEN und Dopamin 

Die Wissenschaftler um James R. Connor vom Penn State College für Medizin in Hershey hatten (unter anderem Forschungsaspekt) einen Teil des Dopamin-Stoffwechsels genauer unter die Lupe genommen: die Produktion und Aktivierung des Enzyms Tyrosin Hydroxylase (TH). Es steuert die Herstellung von Dopamin. Bei EISEN-Mangel wird dieses Enzym in großen Mengen aktiviert. 

Geforscht wurde unter anderem daran, ob zu wenig EISEN in Zellen des Mittelhirns eine Ursache für das Restless-Legs-Syndroms (RLS) sein könnte. Ein EISEN-Mangel bringt offenbar die Signalübertragung aus dem Gehirn durcheinander. Wir wissen, dass EISEN eine entscheidende Rolle bei der Bildung von Dopamin spielt. Dieser Neurobotenstoff leitet unter anderem der Signale aus dem Gehirn an den Bewegungsapparat weiter. EISEN-Mangel kann die Übertragung irritieren.

EISEN - Dopamin und die Psyche

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Dopamin ist unser Neurotransmitter für Kreativität, Konzentration, Neugier und Interesse. Wir können uns mit der Hilfe von Dopamin etwas vorstellen und das dann auch umsetzen. Ein Mangel an Dopamin macht uns lustlos, wir "verzetteln" uns schnell und haben einen Hang zur depressiven Verstimmung. 

Da EISEN für die Dopamin-Bildung nötig ist, kann es auch auf viele dieser psychischen Funktionen Einfluss nehmen. 

EISEN und die Schilddrüse

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Das Spurenelement EISEN ist auch für die Funktionsfähigkeit und die Gesunderhaltung der Schilddrüse von Bedeutung. EISEN ist nötig, damit unser Körper Schilddrüsenhormone herstellen kann. Oft wird nur auf Jod konzentriert. EISEN ist jedoch mindestens genauso wichtig. 

Über eine gute Schilddrüsenfunktion nimmt unser Körper auch Einfluss auf die Psyche, unser Herz-Kreislauf-System, unsere Sexualität und Fruchtbarkeit oder den Verdauungstrakt. Somit ist EISEN bei all diesen Bereichen ein Co-Player. 

EISEN-Mangel hemmt den Schilddrüsenstoffwechsel und verringert damit die Wirksamkeit von Jod. 

EISEN und Hashimoto-Erkrankung der Schilddrüse

EISEN ist ein wichtiger Bestandteil des Enzyms Thyreoperoxidase TPO. Dieses Enzym katalysiert den ersten Reaktionsschritt der Synthese unserer Schilddrüsenhormone. Folglich: wenig EISEN - verminderte Produktion von Schilddrüsenhormonen.

Ein EISEN-Mangel trägt zur Hemmung des Schilddrüsenstoffwechsels bei, kann eine Unterfunktion der Schilddrüse mitverursachen oder auch verstärken. Gleichzeitig ist bei einer Schilddrüsenunterfunktion auch die Aufnahme von Eisen aus dem Darm verschlechtert.

EISEN und Entgiftung

 

Die eisen-abhängigen Oxidoreduktasen gewährleisten die Verstoffwechselung von Giftstoffen im Körper. Besonders in der Leber wirkt EISEN als Co-Enzym und hilft dabei, Schadstoffe im Körper zu reduzieren. Somit besitzt EISEN auch einen Teil Entgiftungsfunktion. 

B2ap3 Large Leber

Die Leber ist auch ein großer EISEN-Speicher. Hier wird EISEN in Form von Ferritin eingelagert und wartet auf die Wiederaktivierung bei Bedarf.

EISEN und Harnsäure

Auch für die Entsorgung von Harnsäure brauchen wir EISEN. Normalerweise werden Harnsäure und Harnstoff über die Nieren ausgeschieden. Die in der Niere tätigen Enzyme sind eisenabhängig und wirken sozusagen wie Reinigungspersonal, welches unseren Körper von diesen Stoffwechselendprodukten befreit.

EISEN - ein Multitalent

Unser Stoffwechsel ist maßgeblich abhängig davon, dass genügend Eisen vorhanden ist und auch wirken kann. Leistungsstark, voller Elan, fit, schön und seelisch ausgeglichen - das hängt maßgeblich von unserer Eisenversorgung ab. Gewissheit liefert Dir ein ganz einfacher Blutcheck. 

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